Die Erfindung der Vergangenheit

Das gemalte Buch ist meine Art des Schreibens. Es dient mir zum herstellen der Gegenwart. Dabei gelingt dem Denken kein Wiederherstellen des Geschehenen. Ich muss es erschaffen, erst dadurch wird es zu meiner Gegenwart.

Das Erinnerte ist nicht das Ursprüngliche, sondern Fragmente des Ursprünglichen mit dem von mir Hinzugefügten und somit die ganze Wahrheit.

Ausstellungshinweis:

„Ansichten“, Galerie im Bürgerhaus, Gröbenzell, 30. Juni – 15. Juli 2018

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Der Traum von 3 Königen

Die Fresken an der Decke der Kirche meiner Kindheit, wo sich mir im wahrsten Sinne der Himmel geöffnet hat, sind mir im Gedächtnis geblieben. An Figuren und Engel kann ich mich nicht erinnern, jedoch die unendliche Höhe und auch die Tiefe, sind mir stets gegenwärtig geblieben.

Zu sehen sind meine Werke, unter anderem die  „3 Könige“, auf der:

Art Innsbruck 2018, 22. International ART FAIR, Stand C/02, 25. – 28.1. 2018, Innsbruck/Austria

Die kleine Kunst

Nur soviel als nötig, nicht nur was das Format betrifft, sondern auch die Art der Darstellung. Die abstrahierte Form, deren Ähnlichkeit mit der Höhlenmalerei mich schon immer faszinierte auf kleiner Fläche, ist eine schöne und spannende Herausforderung. Das Gefühlte auf eine ganz kleine Fläche zu bringen hat für mich meditativen Charakter und ich hoffe dies kann auch der Betrachter erleben. 

Ausstellung: „das kleine format“, im Köglturm am unteren Tor, Hinterm Turm 4, Aichach
Eröffnung: Sonntag, 5. November 2017, 11 Uhr

Das Haus des Anderswo

Immer schon frage ich mich, warum ich die „Patina“ des Lebens so faszinierend finde. Das die Dinge des Lebens nicht ewig sind ist sicherlich traurig und lässt ein Gefühl von Melancholie aufkommen. Die endliche, zart-zerbrechliche Existenz gibt den Dingen aber auch etwas ganz Besonderes, Wertvolles, Tröstendes. 

Die Sprache der Vergangenheit

Beeindruckt von einem Besuch einer Ausstellung antiker kykladischer Kunst, lies ich mich in den darauffolgenden Wochen dazu inspirieren im Atelier etwas Neues zu machen. Die Einfachheit der Formensprache bei gleichzeitig intensivem Ausdruck waren dabei meine innere Vorgabe. Die Archaik als sozialer Code hat großen Eindruck in mir hinterlassen. Es ist schwer, vielleicht unmöglich, fremde Kulturen wirklich zu verstehen, aber mir erscheint es oft so, dass Nahes fremd und Fremdes nah ist.

Nichts ist unveränderlich – alles verändert sich 

Ich erlebe die Gegenwart als ständigen Prozess der Veränderung und für mich ist die Gegenwart ohne Vergangenheit nicht denkbar. Meine Erinnerung kann dabei nicht exakt das Erlebte abbilden, ich empfinde es wie eine Interpretation des Geschehenen, welches durch seine bewusste und unbewusste Herkunft unvollständig bleibt. Die Gegenwart, und ich beziehe mich damit auch auf die Vergegenständlichung in meinem künstlerischen Schaffen, ist daher nicht mit der Abbildung der Wirklichkeit zu verwechseln, sie ist das Ergebnis vieler fragmentierter Erinnerungen.

Foto: Installation, Titel: „Transit“, 2017, Bettina Reisky                             Ausstellung: Städtische Galerie Bad Reichenhall, 9. – 17. August 2017 

Die Sinnlichkeit des Verblassens

Worum geht es ihnen bei diesem Werk, das in seiner Form an alte „Korsetts“ erinnert. Ist es das Kleidungsstück an sich, oder verweisen sie damit auf ein Gefühl des Eingesperrtseins? 

BR: Mir ist der formale Aspekt zunächst wichtiger, denn ich arbeite in allen meinen Werken an Strukturen, Oberflächen und Farben als wesentliche Faktoren. Der Eindruck von etwas Altem ist mir dabei wichtig, da mich das Thema Zeit sehr beschäftigt. Bei der Form bzw. der Gestalt einer Arbeit vermeide ich Genauigkeit, da für mich die Abstraktion eine große Anziehungskraft ausübt. Die Anmutung finde ich sinnlich und gibt dem Werk mehr Raum. Als Künstlerin bewege ich mich in einer sehr männlichen Domäne, sodass eine Auseinandersetzung mit dieser Thematik automatisch stattfindet. Wobei ich dies in meinen Arbeiten nicht explizit betone.

Warum haben sie sich für die eher blassen Farben entschieden?

BR: In der Frage liegt schon die Antwort: die Sinnlichkeit des Verblassens. Damit verbinde ich auch die Unausweichlichkeit des Vergessens, auch Loslassen, Verlassen – und damit die Bedeutung des Augenblicks.